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Führen in der digitalen Welt…

… oder ob denn alle verrückt geworden sind.

Ja es stimmt, alle sind verrückt geworden! Denn es hat sich etwas ver – rückt in der Unternehmenskultur: In Zeiten der Digitalisierung haben sich Arbeitsabläufe und Teamzusammensetzungen grundsätzlich verändert.

Längst arbeiten Teams Abteilungs- und Bereichsübergreifend zusammen oder externe Dienstleister übernehmen bestimmte Aufgabenbereiche. Für Führungskräfte heißt das, dass sie Arbeitsabläufe weniger überblicken können als früher und ihre Mitarbeiter oft an der langen Leine führen müssen. Klassische Befehlsketten entfallen.

Hinzu kommt, dass in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt die Führungskraft kaum in allen Bereichen die kompetenteste Person sein kann und somit auf das Spezialwissen ihrer Team-Mitglieder vertrauen muss und vertrauen soll. Die Kunst liegt also nicht darin, stets allen Bereichen einen Wissens- und Erfahrungsvorsprung zu haben, sondern Spezialisten zielführend zu integrieren.

Doch wie führt man Mitarbeiter, deren Arbeitsabläufe man kaum noch kontrollieren kann, wenn ein disziplinarischer Zugriff entfällt und wenn man als Führungskraft auf die Kompetenzen Anderer vertrauen muss?

Die Lösung liegt darin, dass die Führungskraft von heute in erster Linie Beziehungsmanager sein muss!

Das heißt, sie muss ein Beziehungsgeflecht im Unternehmen schaffen, das die Mitarbeiter abholt, motiviert, Loyalität und Integrität schafft. Ein Geflecht, in dem langjährige Mitarbeiter, Millennials, externe Spezialisten, Azubis, junge Mütter, Digital Natives und Digital Immigrants gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten und vom selben Engagement beseelt sind.

Ich selbst bin in meinem Unternehmen diesen Schritt gegangen und habe schon vor einigen Jahren Teams und Bereichsgrenzen aufgelöst. Eingeschworene Teams neu zu durchmischen ist ein gewagter Schritt, der zunächst viel Unruhe mit sich bringt.

Was daraus jedoch resultiert, ist das Gefühl als ein geeintes Unternehmen aus dem Prozess hervorzugehen. Einblicke in Bereiche zu erhalten, die einem vorher völlig fremd waren und mit Menschen zusammen zu arbeiten, die man zuvor vielleicht nur beim Kaffeeholen in der Mitarbeiterküche gesehen hat.

Flache Hierarchien erzeugen Wertschätzung für den Anderen. Deshalb ist es mir auch ein Anliegen, dass jeder einmal in einer Führungsrolle sein sollte. Denn wer alte Hierarchien abschafft, erhält Freiräume. Räume für Ideen, Begegnungen und Kreativität aus denen ein WIR-Gefühl entstehen kann, dass Mitarbeiter jenseits allen Kontrollzwangs und Versagensängsten motiviert.

Auch in einer von der Digitalisierung erfassten Arbeitswelt steht der Mensch im Vordergrund. Gute Führungskräfte werden sich zukünftig also vor allem durch ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz auszeichnen, indem sie sich in die verschiedensten Mitarbeiter einfühlen und diese motivieren können. Wer sich abgeholt und wertgeschätzt fühlt, baut eine große Verbundenheit zum Unternehmen auf, die sonst weder mit Geld noch mit Kontrolle erzeugt werden kann.

Schließen möchte ich mit einer Empfehlung an Sie, eine kleine Gewohnheit, die auch ich jenseits der digitalen Welt gerne praktiziere. Fällt mir eine Postkarte in die Hände, die mich an jemanden erinnert, schreibe ich ein paar nette Zeilen darauf und verschicke Sie an die jeweilige Person. Einfach so, ohne Anlass. Probieren Sie es aus, Sie werden überrascht sein, wie sehr sich die Menschen über diese kleine Geste der Wertschätzung freuen!

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