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Gesundheit im Unternehmen …

… eine Frage der Grundeinstellung

Vergangene Woche war ich bei der Jahresversammlung des Verbandes deutscher Unternehmerinnen in Freiburg zu Gast. Begrüßt wurden wir sehr herzlich von Martina Feierling-Rombach in ihrer Hausbrauerei Feierling und Erika Schroth, Vorsitzende des Landesverbandes Baden, die uns einen ganz tollen Empfang in Freiburg bereiteten.

In diesem Jahr stand der Kongress unter dem Motto „Unternehmen und Gesundheit“. Zum Rahmenprogramm gehörten neben Networking-Gelegenheiten auch Stadtführungen, Workshops und vor allem Vorträge von hochkarätigen Referenten wie Regierungssprecherin Bärbel Schäfer und absoluten Experten zu den Themen Medizin und Gesundheit im unternehmerischen Kontext – Themen, die uns immer öfter begegnen und auch mir persönlich sehr am Herzen liegen:

Wir alle verbringen einen Großteil unseres Lebens am Arbeitsplatz. Das ist Zeit, die oftmals von Hektik und Leistungsdruck geprägt ist, was sich auf die Gesundheit vieler Menschen niederschlägt. Stress und Überforderung führen schließlich dazu, dass Unternehmen immer mehr mit Personalausfällen zu kämpfen haben, da nicht nur körperliche, sondern vor allem psychische Erkrankungen rasant zunehmen.

Auch die Auswirkungen des demographischen Wandels sind deutlich spürbar: In manchen Branchen wird es immer schwieriger, überhaupt noch Nachwuchskräfte zu finden, was die Gesundheit und Leistungsfähigkeit langjähriger Mitarbeiter umso wertvoller macht.

Wie kann man dem also entgegen wirken? Viele Unternehmen bieten mittlerweile Präventions- und Gesundheitskurse an. Mit Sicherheit ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch einer, der im Grunde Symptome und nicht die Ursache des Problems bekämpft. Denn die Realität sieht oft so aus, dass Mitarbeiter das Angebot gar nicht wahrnehmen, eben weil sie das Gefühl haben, dass dafür die Zeit fehlt.

Menschen werden krank, weil sie ständigem Stress in einer immer komplexer werdenden Arbeitswelt ausgesetzt sind, das reine Angebot von Gesundheitsmaßnahmen im Unternehmen ändert an den Anforderungen unseres Arbeitsalltags nichts.

„Burn-Out“ ist eine Modekrankheit unserer Zeit, die von älteren Generationen gerne belächelt wird, schließlich mussten sie doch körperlich viel schwerere Arbeiten verrichten, hatten auch Ängste und Sorgen. Bilden wir uns dieses Gefühl der Überforderung also nur ein, weil wir in so einem Wohlstand aufgewachsen sind, dass wir gar nicht wissen, was harte Arbeit eigentlich ist?

Betrachten wir uns einmal das Wort an sich. „Burn-Out“ – zu Deutsch „Ausgebranntheit“. Die Flamme, die Energie, die einst in uns loderte, ist erloschen, hat keine Kraft mehr zu brennen. Wo haben wir diese Energie verbraucht, wenn nicht bei körperlicher Arbeit? Physisch harte Arbeiten, wie sie unsere Eltern und Großeltern leisten mussten, wurden in der heutigen Zeit von einer vollkommenen Reizüberflutung abgelöst.

Tagtäglich prasseln tausende Eindrücke auf uns ein, die unser Gehirn permanent sortieren, bewerten und einordnen muss. Internet, Radio, Fernsehen, WhatsApp, Facebook, E-Mails, ständige Erreichbarkeit – alles klingelt, pingt und blinkt und liefert Informationen, die verarbeitet werden wollen.

Daniel J. Levitin, Professor für Psychologie und Neurowissenschaft, sagt:

Unsere Gehirne sind beschäftigter als jemals zuvor. Und je mehr man hineinstopft, umso mehr vergisst man wieder, denn umso überforderter ist das Gehirn. Tatsächlich können wir nur sieben Sachen gleichzeitig im Kopf behalten. Alles andere geht verloren, denn wir sind nicht fürs Multitasking geschaffen.

Was tun wir also, um Herr der Überforderung zu werden? Wir schreiben To-Do Listen. Und versuchen so das permanente Sortieren, Einordnen und Bewerten mit noch mehr Sortieren, Einordnen und Bewerten zu bekämpfen.

Denn den naheliegendsten Lösungsansatz, vollkommene Ruhe, ein Abschalten der Reizüberflutung, können wir uns in unserem hektischen Arbeitsalltag und unter dem Leistungsdruck im Unternehmen einfach nicht leisten, stimmt’s?

Genau hier liegt der Knackpunkt. Wenn wir als Unternehmen langfristig erfolgreich sein wollen, wenn wir wollen, dass uns langjährige, erfolgreiche Mitarbeiter erhalten bleiben, dann müssen wir ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem wir Flammen befeuern und nicht langsam ersticken lassen.

In dem wir die Motivation der Mitarbeiter fördern und einen Unternehmensgeist prägen, der Gesundheit nicht dem Leistungsdruck opfert. Menschen sind keine Ressourcen, sondern Individuen mit unterschiedlichen Lebenssituationen und Bedürfnissen, auf die man als Führungskraft eingehen sollte, um ein hohes Maß an Unternehmensbindung und Leistungsfähigkeit herzustellen. Übrigens sind auch Ressourcen nach einer Zeit gedankenloser Abschöpfung irgendwann verbraucht…

 

Sie haben Interesse am Verband deutscher Unternehmerinnen? Dann informieren Sie sich unter www.vdu.de oder sprechen Sie unsere Landesverbandsvorsitzende Jennifer Reckow an unter jreckow@processline.de.

 

 

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