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Agilität und Achtsamkeit – passt das zusammen?

Das viel beliebte Wort Achtsamkeit gewann nicht erst heute an Bedeutung. Der Begriff reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück. In einer Welt, die immer schnelllebiger wird, stellt sich schnell mal Überforderung ein und man kann rasch den Halt verlieren. Auf der anderen Seite hören wir auch ganz oft in den Medien das Wort Agilität. Ist das nicht das Gegenteil und wie passt das zusammen? Und wie können Achtsamkeit und Agilität helfen ein Unternehmen zu führen?

 

Was versteht man unter Achtsamkeit?

Egal ob in Zeitschriften oder Online, nichts ist so „in“ wie der Trend Achtsamkeit. Der Begriff gelangte nach und nach durch die Verbreitung der buddhistisch basierten Achtsamkeitspraxis flächendeckend ins Bewusstsein der Menschen. Zuvor war er in der deutschen Sprache eher ungeläufig. Inzwischen wird der Begriff häufig verwendet, jedoch selten hat er etwas mit der buddhistischen Bedeutung und dessen Verständnis dafür zu tun. Im heutigen Sprachgebrauch wird Achtsamkeit im Sinne von Beobachtungsfähigkeit verwendet und oftmals mit verschiedenen Moralvorstellungen vermischt.

 

Achtsamkeit und Agilität in der Arbeitswelt

Achtsamkeit und Agilität gerieten 2001 in den Fokus, als 17 Softwareentwickler sich in Utah trafen, um über ein anderes, besseres Arbeiten zu diskutieren. Ihr Ziel war die Optimierung der üblichen Projektmanagmentmethoden, welche sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zufrieden stimmten. In der IT war es für die Entwickler Normalität, dass während der Programmierung neue Anforderungen an eine Software auftauchen und dafür Lösungen gefunden werden müssen. Sie suchten nach Ansätzen, darauf schnell reagieren zu können. Somit machten die Programmierer den Start für die agile Bewegung. Als „Agile Alliance“ brachten sie gemeinsam das „Manifest für agile Softwareentwicklung“ heraus. Doch ihr Manifest sollte weit über den IT-Bereich hinausgehen und Auswirkungen auf das zukünftige Arbeiten in Organisationen haben.

 

Das agile Manifest besteht aus 4 Werten:

1. Menschen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge.

2. Funktionierende Software ist wichtiger als umfassende Dokumentation

3. Die Zusammenarbeit mit den Kunden ist wichtiger als umfassende Leistungsbeschreibungen

4. Das Eingehen auf Veränderungen ist wichtiger als an einem Plan festzuhalten.

In Praxis war dies eine Anleitung, wie Teams ihre Projekte selbstorganisierter, eigenverantwortlicher und flexibler gestalten können, um schneller noch bessere Ergebnisse zu erzielen. Vor allem ohne die Orientierung zu verlieren, angesichts dynamischer Veränderungen.

 

Agilität = Wundermittel?

Einst war Agilität nur ein Prozess der Softwareentwicklung. Nun beschäftigen sich Unternehmen aller Größen, in fast jeder Branche mit diesem Begriff. Denn die vorherrschende Dynamik ist in der gesamten Arbeitswelt identisch. Die Stichworte lauten hier: Arbeit 4.0, Digitalisierung, demografischer Wandel und Globalisierung. Wie diese Herausforderungen gemeistert werden sollen? Oftmals lautet die Antwort auf diese Frage: Agilität. Für Unternehmen klingt Agilität vielleicht wie ein Heilmittel für alles – für die Menschen in den Organisationen jedoch nicht. Agilität beseitigt keine gegenwärtigen Probleme in der neuen Arbeitswelt, denn oftmals müssen Teams vom einen auf den anderen Tag ihre alten Prinzipien, Denkweisen und Arbeitsweisen über Bord werfen und sich dem Hype widmen. Doch Menschen können schlecht mit Veränderungen umgehen, vor allem ohne ausreichendes Vorwissen. Auch wenn die Geschäftsleitung mit diesem Versuch langfristig eine positive Entwicklung erzielen wollte, kann die mangelnde Vorbereitung zu mehr Stress, Angst oder sogar Burnout führen.

 

Doch wie dann?

Der Grund für die Überforderung hat mit der inneren Einstellung des Menschen zu tun. Ohne ein agiles Mindset entsteht schlussendlich Überforderung. Nur durch eine von innen heraus gelebte Agilität, kann eben diese zu einer wirklichen Antwort auf die aktuellen Herausforderungen werden. Unser Mindset steuert unser Fühlen, Denken, Handeln und entscheidet somit darüber wie wir auf bestimmte Situationen reagieren und mit ihnen umgehen. Ein agiles Denken ist daher die Grundlage für ein agiles Handeln. Leider ist Umdenken nicht immer so einfach wie gedacht. Unsere inneren Einstellungen werden durch Erlebnisse, Erfahrungen, Werte und Normen aus unserer Erziehung geprägt. Wie soll unser Gehirn da auch auf die Idee kommen, neue Wege zu gehen? Richtig, erstmal gar nicht. Um neue Wege gehen zu können, muss das Gehirn neu programmiert werden, wir müssen aus den bequemen Automatisationen aussteigen um nicht in vorgefertigten Bahnen zu laufen.

 

Wie wird man Agil und Achtsam?

Geistige Beweglichkeit zu erreichen ist Möglich – es ist schlicht und einfach Innehalten! Bei einem eintreffenden Reiz sollte die spontane Reaktion darauf gebremst werden, um die automatisierte Einbahnstraße zu vermeiden. Deshalb ist auch Achtsamkeit in diesem Prozess sehr wichtig. Denn sie hilft uns aus den automatisierten, festgefahrenen Wegen zu entgehen. Wie das funktioniert? Durch kleine Übungen, Techniken und Mediationen kann Achtsamkeit erlernt werden. Dazu gibt es zahlreiche Apps, Podcasts oder auch YouTube Videos. Schon nach acht Wochen Mediatationspraxis lassen sich erste Veränderungen im Gehirn feststellen. Also worauf warten wir noch? Lasst uns unser Gehirn neu programmieren und neue Wege gehen!

 

 

 

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